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Seit einigen Jahren bieten verschiedene günstige Fluglinien ihre Dienste von
Leipzig oder Berlin nach Málaga an. Jetzt folgen auch günstige
Hotelangebote direkt in der Innenstadt, die es vorher so nicht gab. Bei
einem Besuch von Andalusien kann man inmitten von Touristen aus der
ganzen Welt Kultur und Geschichte erleben.
Wir nehmen einen Flug von Berlin nach Malága am Nachmittag. Der frühe
Flug war schon zu teuer. Vom Flughafen geht der Bus Linie A ab in die
Innenstadt für 2 Euro. Er fährt bis in die Innenstadt zur Alameda Principal
sowie auch über den Fernreisebusbahnhof und den Bahnhof – wenn man
gleich weiter will. Es wird einfach beim Fahrer gezahlt. Jetzt müssen wir
nur noch unser Hotel finden. Spanier wollen immer helfen. Einfach einen
unentschlossenen Eindruck machen, schon wird man gefragt, ob geholfen
werden soll.
Malaga

Kathedrale La Manquita
Malaga

Malagawein-Bodega zwischen der Alameda
Principal und der Markthalle in Malaga.
Malaga

Historische Gaststätte im Zentrum Malagas
Grenada

Wandverzierungen mit Koransuren im
Nasriden-Palast.
Grenada

In den Gärten des Generalife.
Wasserspiele der maurischen Herrscher.
Grenada

Die Alhambra vom Albayzin aus gesehen.
Grenada

Deckenverzierungen und Friese mit
Koransuren.
Grenada

Inhaber und Bedienung der IZARO Bar
Grenada

Am Ufer des Darro.
Grenada

Keller im Sacramonte mit Flamenco-Tänzerin
Grenada

Flamenco Tänzer in einer Bar am Sacramonte.
aber wir sehen keine Tänzer. In anderen warten
Tänzerinnen darauf, zu den Aufführungsstellen
gefahren zu werden. Dann finden wir eine
Höhlenwohnung, in der Flamenco getanzt wird. Wir
erfahren, dass die Show läuft, wir aber zur nächsten
Vorstellung in 40 Minuten eingeladen sind. Das
Ticket kostet 20 Euro. Ein Getränk ist inklusive.
Während wir warten, genießen wir den Blick auf den
nächtlichen angestrahlten Berg mit der Alhambra.
Was dann folgt, ist wirklich atemberaubend. In einem
ca. 3 Meter breiten „Schlauch“ im Berg sitzen die
Gäste an der Seite. Die Tänzer wirbeln zwischen den
Besuchern. Dieser Tanz wird, ohne sich selbst zu
schonen, mit einer Eleganz und mit Stolz dargeboten
– als Zuschauer ist man ständig darauf bedacht, seine
Füße in Sicherheit zu bringen. Dazu dieser intensive
Gesang und das virtuose Gitarrenspiel – eine
Erfahrung die ich nicht missen will!
Natürlich fahren jetzt keine Busse mehr, doch nach
25 Minuten Fußweg durch das Tal des Darro finden
wir unser Hotel und können uns noch über diese
Erlebnisse austauschen. Morgen nehmen wir den Bus
nach Málaga, mieten uns ein kleines Auto und
besuchen die weißen Dörfer, wo kein Touristen-Bus
hinkommt.

Fotos: Hans-Jürgen Paasch
In den nächsten zwei Tagen sehen wir, was Málaga außer Bier, Wein und
Tapas noch zu bieten hat. Da wir im Hotel kein Frühstück bekommen,
besuchen wir die Cafes in der Nähe der Markthalle. Wir setzen uns direkt
an den Tresen und bekommen sofort einen Unterteller zugeschoben, der
Kaffee dazu wir prompt produziert. Nur einer der vielen Leute hinter dem
Tresen darf die große Höllenmaschine für den Kaffee bedienen. Zuerst
kommt ein großer Espresso in die Tasse, dann wird mit warmer Milch
aufgefüllt. Heißt Café con leche und schmeckt extrem lecker. Es werden
auch Brötchen aufgebacken, die man sich belegen lassen kann. Das wird
direkt vor den Augen erledigt. Unmengen von Churro, einem
spiralförmigen frittierten Teigstück, gehen über die Theke. Bei einem
kleinen Bummel durch die Markthalle kann so lange probiert werden, bis
das Frühstück ausreichend ist.
Neben der Altstadt sind der Castillo de Gibralfaro, eine Ruine einer
maurischen Burganlage aus dem 14. Jahrhundert, und die Festung Alcazaba
aus dem 11. Jahrhundert sehenswert. Auf einem Rundweg auf den Mauern
der Burg hat man einen schönen Blick über die Stadt.
Die Kirchen sind alle sehenswert, besonders natürlich die Kathedrale La
Manquita (die Einarmige, da sie nur einen Turm hat), die im
16. Jahrhundert auf den Mauern einer Moschee erbaut wurde. Das trifft aus
naheliegenden Gründen auf fast alle Kirchen, Kathedralen und Klöster in
diesem Teil Andalusiens zu. Daraus ergibt sich auch, dass diese Kirchen
etwas von der üblichen Ost-West-Richtung abweichen und die Richtung
nach Mekka anzeigen.
Unser Hotel liegt gegenüber der Universitätsbibliothek in einer kleinen
Seitenstraße. Die Kathedrale (Catedral de la Encarnación) von Granada mit
den vielen umliegenden Geschäften und Bodegas, dem Alcaicería, dem
alten Seidenmarkt und einer ehemaligen Karawanserei ist in 10 Minuten zu
erreichen. 800 Jahre maurische Herrschaft sind auch nach 400 Jahren
Christentum noch immer zu erkennen. Die Kathedrale steht wieder genau
an der Stelle, wo in maurischer Zeit die große Moschee stand. Mit ihrem
Bau wurde 1523 im gotischen Stil begonnen. Gigantische Bündelpfeiler
tragen die 47 Meter hohe Kuppel. 1528 wurde der Bau im Renaissance-Stil
fortgesetzt. Erst 1704 war das Gotteshaus vollständig fertiggestellt.
Der Sabikah-Hügel über der Stadt mit den Überresten der Burg der
maurischen Herrscher, der Alhambra, und dem Generalife ist
allgegenwärtig. Auf dem gegenüberliegenden Hügel ist der Stadtteil
Albayzin. Hier haben sich in der maurischen Zeit Beduinen angesiedelt.
Alles zusammen gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Von der Kathedrale gehen wir über den Plaza Nueva in die Carrera del
Darro, das Tal des Darro, der sich zwischen den Hügeln der Alhambra und
des Albayzin hinschlängelt. Auch hier findet man viele Gaststätten, Kirchen
und Museen. Die Häuser im arabischen Stil lassen die 800 Jahre Herrschaft
maurischer Fürsten erkennen. Das gilt aber für viele Teile Granadas.
Besonders in den vielen Seitenstraßen am Rande des Albayzin fühlt man
sich wie in Nordafrika. Das Angebot reicht vom Cous-Cous bis hin zu
Karma-Beratung. Eine Einkleidung im Hippie-Stil ist schnell errreicht.
Am Ende des Carrera del Darro biegen wir links in die Cuesta del Chapiz
und ersteigen den Albayzin. Alle Häuser sind einheitlich weiß gestrichen.
Die meisten Straßen sind sehr schmal. Die parkenden Autos sehen
entsprechend aus. An einer Stelle ist eine Hausecke abgefräst, damit der
Kleinbus auch um die Kurve kommt. Schöne Aussichtspunkte zur
Alhambra, zum Tal des Darro und zur Stadt finden sich an den Kirchen
Kirchen San Nicolás und San Cristóbal. Inzwischen steigen wir wieder zur
Stadt ab. Hier sind Überreste der Stadtmauer aus dem 11. Jahrhundert.
Direkt am Elvira-Tor finden wir die Tapas-Bar IZARO die wir noch öfter
aufsuchen werden. Bei einem ersten Besuch, guter spanischer Rockmusik
und einem ausgezeichneten Espresso, erfahren wir, dass der Koch ab
20 Uhr die besten Tapas anfertigt. Das war kein leeres Versprechen.
Zu jedem Bier (0,25 l für 2 Euro) gibt es eine andere kleine Mahlzeit in
einer jeden Tag neu festgelegten Reihenfolge. Angefangen bei einem
Nudel-Gemüse-Auflauf, gebratenem wildem grünem Spargel, über
Steakstücke bis zu einem Stückchen Rippchen mit Sauce und Weißbrot gibt
es viele Leckereien und ein Besuch eines Restaurants für das Abendessen
ist nicht mehr nötig. Nach der Bezahlung wird über unser Trinkgeld
In Málaga und Granada Tapas essen – Spanien und Andalusien kennenlernen, 2012
Unser Hotel finden wir 4 Querstraßen entfernt von der Alameda Principal
gleich hinter der historischen Markthalle. Wir haben kleine, sehr saubere
Zimmer mit Klimaanlage, aber ohne Frühstück. Ist aber in dieser Lage auch
nicht nötig. Also schnell umziehen und in die Altstadt, die direkt am Hotel
beginnt. Ein Gewirr von kleinen Gassen und Plätzen mit Geschäften, Cafés
und Bodegas. Aber Spanien ist in der Finanz- und Wirtschaftskrise. Einige
leere Geschäfte mit Schildern „si vende“ bestätigen diesen Eindruck.
Wir setzen uns in die nächste Kneipe und bestellen Bier. Dos cervezas por
favor. Ein Bier kostet hier, je nach Größe, 1,50 bis 2 Euro. Dazu sollte es
Tapas geben. Wir bekommen eine Schale mit Kartoffelchips und
2 Scheiben Schinken. Das fängt also schon mal gut an. Es ist aber schon
spät. In einer kleinen Seitenstraße essen wir noch gebratene Tintenfische,
dann steuern wir das Hotel an.
Da es warm ist, muss auch immer mal wieder ein Bier getrunken werden.
Jedes Mal sind wir gespannt, welche Tapas es gibt. Die grünen Oliven sind
mit Paprika und viel Knoblauch eingelegt. Typisch für Málaga ist auch der
würzige Schafskäse, der in Scheiben geschnitten als Tapas gereicht wird.
Zwischen der Alameda Principal  und der Markthalle finden wir auch eine
Bodega, in der Malagawein und Sherry verkauft werden. Direkt hinter der
Theke stehen große Holzfässer, in denen der Wein lagert. Name und Preis
stehen am Fass. Es werden kleine Proben in Gläser abgefüllt und verkauft.
Der Preis wird mit Kreide auf den Tresen geschrieben. Wer trockenen
Wein verlangt, bekommt nur eine Sorte zum Kosten. Der Rest ist süß.
Wer etwas essen möchte, muss den Opa fragen, der auf eine Kühlvitrine
aufzupassen scheint. Miesmuscheln mit Zitrone oder Langustinos sind im
Angebot. Unbedingt die super frischen Muscheln probieren. Der Opa wird
extra bezahlt und scheint nicht zur Bodega zu gehören.
Wir steigen in den Überlandbus und fahren nach Granada. Der Bus fährt
jede Stunde und kostet etwa 11 Euro. Eine Vorreservierung und
Bezahlung, die eine kleine Bearbeitungsgebühr kostet, ist unbedingt zu
empfehlen (www.alsa.es). Natürlich kann die Fahrkarte auch vor Ort
gekauft werden. Am ALSA-Schalter sind aber immer lange Schlangen und
oft ist der Bus ausgebucht. Die Fahrt dauert etwa 2 Stunden. In Granada
gibt es viele günstige Hostels und Hotels. Sie sind einfach im Internet zu
finden und zu buchen. Die örtlichen Buslinien sind sehr gut ausgebaut. Wie
in Málaga 1,20 Euro beim Fahrer bezahlen, reicht für eine Stunde ohne
Umsteigen. Sitzenbleiben an der Endhaltestelle ist kein Problem.
geschimpft, es ist zu viel und wir müssen noch ein Gratis-Bier trinken.
Am Morgen finden wir wieder ein wunderbares Café für unser Frühstück.
Das El Train in der Carril del Picón.  Ein Café con leche am Tresen –
herrlich! Heute besuchen wir die Alhambra. Den Eintritt mit Besuch der
maurischen Nasridenpaläste und deutscher Führung haben wir bereits im
Internet vorgebucht. Da der Besuch reglementiert ist, werden nur wenige
Eintrittskarten vor Ort verkauft. Die Führung beginnt am Generalife, dem
Sommerpalast. Wir besichtigen wunderschöne Gärten mit Wasserspielen
und dem Acequia-Hof. Die Wasserspiele im Generalife und in der
Alhambra werden durch einen Bach aus den Bergen nur durch die
Ausnutzung künstlicher Gefälle gespeist. Dies funktioniert heute noch –
oder auch wieder – genau so wie in maurischer Zeit. Auf den Hängen wird
auch heute wieder alles angebaut, was zur Versorgung der Einwohner nötig
war. Dies machte das Standhalten gegen lange Belagerung möglich.
Unser Zeitfenster für die Besichtigung der Nasriden-Paläste ist noch nicht
gekommen. Also gehen wir an dem nie fertiggestellten Palast Karls V., für
den Teile der alten Paläste weichen mussten, vorbei und besichtigen noch
die Zitadelle Alcazaba, Reste der maurischen Verteidigungsanlagen mit
einer ummauerten Medina. Den südöstlichen Turm kann man besteigen.
Die Mauer ist heute durch das im 16. Jahrhundert errichtete Tor „Puerta de
las Granadas“ unterbrochen.
Wir besuchen noch die Nasriden-Paläste (Palacios Nazaries) mit ihren
Gärten, dem Herzstück der Alhambra. Hier befanden sich der
Regierungssitz und die Privaträume der maurischen Herrscher. Die zwei
noch zu besichtigenden arabischen Paläste sind die einzigen erhaltenen aus
ihrer Zeit auf der Welt. Die Wände und Decken sind mit arabischen
Schriftzügen aus Stuck versehen. Hauptkomplex ist der Alcázar mit dem
Thronsaal im Comares-Turm und dem Löwenhof mit einem von zwölf
steinernen Löwen getragenen Springbrunnen. Leider wird hier schon lange
restauriert. Jedoch gehen die Arbeiten ihrem Ende entgegen. Am Ende des
Rundgangs stehen wir auf einem Balkon und sehen über das Tal des Darro
zum Albayzin. Die Führerin, welche uns in einem guten Deutsch einen
wirklich schönen Überblick gegeben hat, empfiehlt uns noch die Roma-
Siedlung auf dem Sacromonte, rechts vom Albayzin. Unbedingt sollten wir
eine Flamencodarbietung in einer der Höhlengaststätten besuchen.
Nachdem wir uns noch einmal in der IZARO-Bar mit Bier und Tapas
gestärkt haben, warten wir auf den Bus 34. Diese Linie fährt mit
Minibussen über den Albayzin direkt zum Sacramonte. Dieser Stadtteil
wurde im 19. Jahrhundert von Romas gegründet, die ihre Wohnungen in
den Fels gruben. Wir fahren an vielen Gaststätten vorbei, steigen aus und
laufen den Weg zurück. Aus einigen Kneipen kommt Flamenco-Musik,